Über Ehrfurcht, Rittertum, Wahnsinnsfaktor und Gruß

Aus der Serie: "Killerstorys, oder die frühen Tage"

Über Ehrfurcht, Rittertum, Wahnsinnsfaktor und Gruß

Wir schreiben das Jahr 2000. Die moderne Technik beschert uns immer perfektere Waffen und Entwicklungen, wie sie in den kühnsten Träumen unserer Ahnen nicht vorstellbar waren. Auch an den motorisierten Zweirädern ist dieser Kelch nicht vorüber gegangen. Seltsame Gestalten auf technischen Wunderwerken. Aber warum sitzen diese pinkfarbenen Jokurtbechertreiber, oder diese versteinert blickenden, in schwarzes Leder gekleideten großvolumigen Zweizylindertuckerer auf so seltsamen Gefährten? Haben Sie eine Ahnung, wo dieses geile Gefühl herkommt, das sie zu diesen scheinbaren Außenseitern der Gesellschaft werden lässt?
Jeder spürt, da ist doch noch etwas anderes, außer arbeiten gehen, auf den Urlaub freuen und alles was uns das Fernsehen einredet kaufen zu müssen, um glücklich zu sein???
Wir wollen und müssen hier einmal einige klare Grenzen setzen um den Sinn der Sache zu erkennen.
1 Gruppe: Der Motorradbesitzer.
Zeichnet sich in erster Linie durch finanziellen Reichtum und geordnete Verhältnisse aus. Besitzt ein Motorrad und kann dieses sogar starten und bedienen. Auch der Befüllung mit Benzin ist er kundig. Das technische Teufelszeug mit Öl, Kette, Wartung und so weiter überlässt er "seinem" Technikguru, hier im Westen besser bekannt als Mechaniker, oder wie die Indianer sagen würden " der Mann der durch die Dummheit und Faulheit der anderen Geld verdient". Wird in freier Wildbahn selten angetroffen, ist aber verständlich, da die heilige Kuh nass werden könnte.

2.Gruppe: Der Motorradfahrer.
Es handelt sich hierbei um ein Individuum, das den Ruf der Wildnis erhört hat. Seine ursprünglichen Instinkte sind bereits erwacht. Er ist bereits ein Suchender. Aber seine Umwelt behindert ihn noch sehr stark. Am Wochenende nimmt er sich aber, so gut er kann, die Zeit um seinem Urinstinkt nach Freiheit zu befriedigen. Ist bereits öfter auf der Straße zu erblicken, und des öfteren durch sein etwas eigenwilliges Erscheinungsbild zu erkennen. Er kennt sein Ross, pflegt es und es verbindet sie eine seltsame Art von Liebe. Oder auch: "Der Mann, und sein Pferd ".

3.Gruppe: Der Biker.
Hierbei handelt es sich um Wind und Narben gezeichnete Körper, die sich bereits lange Jahre mit nicht selten mehr als dem 20. Roß durch die Prärie bewegen. Dieser Lebensstil hat Ihm Erfahrung und Reife gelehrt. Angesichts seiner für dieses Gefühl gefallener Brüder und Schwestern weiß er um die Tücken der Materie. Kein noch so gescheites Buch oder teures Zubehör wird ihn mehr erfreuen als der Gedanke, das man Erfahrung nicht kaufen kann. Ihn befriedigt nur das Tun. Er wird aber immer im Herzen ein Biker sein, auch wenn ihn das Schicksal hart trifft. Er gehört immer dazu, auch wenn ihn seine Kumpels tragen, füttern und nach Hause bringen müssen. Nur wer selbst ein wahrer Biker ist, kann einen anderen erkennen. An seinen Taten, Worten und Werken. Er weiß, was modernes Rittertum ist.

3.a): Der Wahnsinnsfaktor
Individuum zeichnet sich durch Kenntnis des absolutem Grenzbereiches aus. Hat auch oft den Rufnahmen "Waunsinniger Idiot", "Wos woa des???", oder aber meistens "Schauts eich des au !!!" Überzeugt nach einigen Schrecksekunden der übrigen Anwesenden durch perfekte Taten, Worte und Werke Marke.
Er hat meistens einen erhöhten Reifenbedarf der feinen Sorte, glänzt durch harmonische Bewegungen seines Gerätes, und weiß erlesenes Material zu nützen. Auch in der Technik ist er sehr bewandert, da er ja ein Mann der ersten Stunde ist. Ihm wurde nichts geschenkt. Er hat sich alles erarbeitet und aus seiner Erfahrung gelernt.
Tritt oft in freier Wildbahn explosionsartig auf, und verschwindet noch bevor sich der Mund des Beobachters schließt. Fahrende Hindernisse stellen für ihn kein Problem dar. Altersgruppe ca. 35 - 75 Jahre. Mit ihm ist immer und überall zu rechnen.

Nach etwas Einblick in die Seele des Zweiradtreibers wird natürlich klarer, woher dieses Gefühl kommt, das man spürt, wenn man etwas erblickt oder fühlt was nicht alltäglich scheint. Es ist diese Energie, die in Abertausenden von "Einerutschern" und "Wegstemplern", durch unzählige Adrenalinstößen der Marke "AAAAAHHHHH !!!!!!!!...Gott sei Dank, des is se nu ausgaungan......." in das Walhalla der Motorradfahrer geschrien wurde. Im ewigen Daytona, dem Himmel der wahren Biker, wird diese Energie gesammelt, und Sie steht jedem zur Verfügung der sie braucht. Denkt daran, Ihr Säcke, wenn euch das nächste mal der Stift zwei Zentimeter rausschaut und zündet eine Kerze an.
Auch der Freizeitfahrer kann diese Energie spüren. Und genau das ist es, warum ihr das nächste Mal die Hand zum Gruß erhebt. Grüßt ehrfürchtig, es könnte ein Biker oder ein Bote aus dem ewigen Daytona sein. Vielleicht ist es gerade der, der dir für deine nächste Stiftpartie Glück bringt.

Im Gedenken an einen Mann der ersten Stunde, Peter Samson . "Möge dir im ewigen Daytona der Sprit nie ausgehen, der Gummi nicht rutschen und der Motor nie kalt werden."
...und er blickt auf uns herab, und lächelt. Und es war gut...........


RSS

facebook

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen